Lufthansa Industry Solutions
Gastbeitrag Sportbusiness Club

2G-Vorgaben: „Profivereine können von digitalen Lösungen profitieren"

Die Corona-Krise spitzt sich zu: Der deutsche Profisport muss sich auf schärfere Regeln einstellen. Wie Digitalisierung jetzt bei Events unterstützen kann, erklärt Marc Assmann, Berater Venue Digitalization bei Lufthansa Industry Solutions. Ein Gastbeitrag von unserem Sportbusiness Club Mitglied Lufthansa Industry Solutions.

Aufreibende Tage stehen uns bevor. Was weniger am sportlichen Geschehen in den deutschen Profiligen liegt, sondern vielmehr an der vierten Corona-Welle. Lange war fraglich, welche Konsequenzen der jüngste Pandemieverlauf haben wird. Die MPK am vergangenen Donnerstag brachte erste Erkenntnisse. Nun ist die Hospitalisierungsrate das Maß beim Einsatz der Corona-Maßnahmen. Ab einem Wert von drei ist mit stärkeren Einschränkungen zu rechnen. Nur Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und das Saarland liegen derzeit darunter. Alle anderen Länder müssen mindestens 2G einführen. In Bayern wird 2G-plus notwendig, in Sachsen-Anhalt und Thüringen drohen weitergehende Beschränkungen.

Wo möglich, werden Vereine versuchen, mit entsprechenden Hygienemaßnahmen weiterhin Fans zuzulassen. Dass die Einhaltung dieser Maßnahmen einen enormen Mehraufwand bedeutet, haben Vereine, Eigner und Betreiber in den vergangenen Monaten feststellen müssen. Insbesondere die Einlasssituation samt Überprüfung der 3G-Nachweise, Personalien und Stadiontickets fiel schwer ins Gewicht. Lange Wartezeiten vor den Eingängen, schwer zu gewährleistende Abstandsregelungen, viel Administration. Bisherige Ansätze gegen aufkeimenden Fan-Frust bedeuten für die Organisation erhebliche Personalkosten oder gleich den Einsatz neuer oder aufwändig modifizierter Infrastruktur.

Dabei könnten die Profivereine von digitalen Lösungen profitieren. Sie sorgen für hohe Flexibilität und Kostenkontrolle und sind vergleichsweise leicht zu implementieren. Mit einem Online-Verifikations-Tool etwa könnten Corona-Nachweise schon vor dem Eventbesuch überprüft und mit dem Ticket verknüpft werden. Lange Extrakontrollen entfallen dabei. Die Fans müssen beim Einlass nur ihr Ticket und ihren Personalausweis vorzeigen. Beim Scan des Tickets erkennt die Software, ob ein entsprechender Nachweis vorliegt.

Besucher:innen müssen dafür lediglich nach dem Kauf entweder direkt über den Online-Shop oder per spezieller und individualisierbarer App einen Registrierungsprozess durchlaufen und ihren Corona-Nachweis einscannen oder hochladen. Die Software gleicht diesen anschließend mit den personalisierten Ticketdaten verschlüsselt ab und verknüpft anonymisiert Nachweis und Einlasskarte. Ab diesem Zeitpunkt ist das Ticket validiert und gültig. Ein Corona-Nachweis muss vor Ort nicht mehr kontrolliert werden.

Zusammen mit unserem Partner Ubirch haben wir von Lufthansa Industry Solutions einen ersten Testlauf für einen solchen Ticket Validator bei einem Fußball-Bundesligisten absolviert. Mit sehr guten Ergebnissen. Das Tool lässt sich ohne großen Aufwand auf verschiedene Einsatzszenarien anpassen und skalieren. Damit kann es einen entscheidenden Anteil daran haben, die Aufwände trotz verschärfter Hygienemaßnahmen weitestgehend gering zu halten. Ganz unabhängig davon, wie die Entscheidungen der Politik in den kommenden Tagen auch ausfallen mögen. Dann können wir unseren Fokus wieder mehr auf die sportlichen Aspekte dieses Winters richten.

Foto: picture alliance / SvenSimon | Volker Essler/SVEN SIMON